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Husqvarna 560 XP

Spitzentechnik und Leistung satt im schicken Design!

Husqvarna 560 XP - Seitenansicht

Schon seit Jahren schätzen eingefleischte Husqvarnafans die 357 XP als leistungsstarke Allroundsäge. Mit der neuen Husqvarna 560 XP liefert das schwedische Unternehmen in diesen Tagen die nächste Generation der beliebten Profisäge aus. Die mittelstarke Motorsäge glänzt auf den ersten Blick mit einem ganz neuen Design. In Deutschland ist die Säge ab sofort im Fachhandel erhältlich.

Soviel sei aber schon jetzt gesagt, die Säge glänzt nicht nur im neuen Design, sondern vor allem mit einem neuen Triebwerk, das spürbar mehr Leistung hat, einem optimierten Handling bei gleichzeitig weniger Gesamtgewicht und mit vielen kleinen technischen Besonderheiten. In der Summe qualifizieren diese Eigenschaften die neuen Husqvarna 560 XP zu einem Spitzenmodell in der Klasse der mittelstarken Profisägen.

  Husqvarna 560 XP Husqvarna 357 XP
Hubraum in ccm 59,8 56,5
Motorleistung in PS 4,7 4,4
Gewicht in KG 5,4 5,5
Führungsschiene in cm 33-50 33-50

Motorleistung

Mein subjektiver Eindruck war sofort, dass man den Leistungszuwachs der Säge deutlich spürt, vielleicht sogar noch mehr als die reinen Fakten es vermuten lassen. Im stärkeren Laubholz war der Motor der Husqvarna 560 mit der 37er Schneidegarnitur eigentlich dauerhaft unterfordert. Das nahezu baugleiche Modell 562 wird demzufolge auch mit einer anderen Führungsschienenaufnahme ausgestattet und erlaubt nach Aussage von Husqvarna so Schwertlängen bis zu 70 cm. Selbstverständlich erfüllt der Motor die strenge Abgasnorm der EU-Richtlinie 2002/88/EG und glänzt somit mit deutlich weniger Spülverlusten.

Husqvarna 560 XP - Top Handling

Handling

Die Säge ist durch eine veränderte Motorenkonstruktion insgesamt spürbar kompakter geworden. Der Zylinder steht nun nicht mehr senkrecht im Sägengehäuse, sondern liegt um ca. 40 Grad nach hinten geneigt besser im Schwerpunkt der Säge. Dadurch werden die Baumaße der Säge geringer, der Schwerpunkt wird optimiert und die Säge liegt von Beginn an richtig gut in der Hand. Das vordere Griffrohr scheint im Durchmesser etwas dicker zu sein als beim Vorgängermodell. Mir persönlich jedenfalls „passte“ die neue Säge auf Anhieb sehr gut. Die Säge ist zudem schmaler geworden und verfügt über profilierte Bereiche am hinteren Handschutz, so dass beim Starten der sichernde Fuß des Sägenführers mehr Halt findet. Zudem sorgen Rutschleisten auf der Unterseite der Säge für einen geringeren Reibungswiderstand beim Entasten bzw. beim ergonomisch richtigen Abstützen der Säge auf der Stammoberfläche.

Auto Tune

Vergeblich sucht man bei der Husky die Vergaserstellschrauben H, L oder T. Ein kleines elektronisches Steuergerät übernimmt die Vergasereinstellung und reguliert die Kraftstoffdosiereinheit je nach Außentemperatur, Luftfeuchte und Kraftstoffart. Dadurch dass das AutoTune-System kontinuierlich auch während der Motorsägenlaufzeit den Vergaser justiert, erhält der Motor immer das für den jeweiligen Betriebszustand optimale Kraftstoff-Luft-Gemisch. Der Motorsägenführer muss nun nicht mehr je nach Betriebszustand beim Starten die Hebelstellung wählen. Vielmehr gibt es nur noch zwei Hebelstellungen, nämlich die Schalterstellung „EIN“ oder „AUS“. Das System hilft zudem auch beim Startvorgang durch die korrekte Vergasereinstellung Muskelkraft zu sparen. Während der Testphase sprang die Säge jedes Mal beim Warmstart auf den ersten Zug am Starterseil an.

RevBoost

Ganz neu ist auch das RevBoost-System. Bei Bedarf steht dem Sägenführer nach der Vollgasbeschleunigung für zwei Sekunden eine um ca. 800-1000 RPM höhere Motordrehzahl zur Verfügung. Subjektiv war der Drehzahlgewinn deutlich zu spüren und gerade beim Entasten macht die damit verbundene höhere Kettengeschwindigkeit richtig Sinn. Die Beschränkung auf zwei Sekunden begründet Husqvarna damit, dass durch das Abregeln der Drehzahl die Lebensdauer des Motors erhöht wird. Kritikern sei schon jetzt gesagt, dass der kurzfristige Leistungszuwachs den Motor aber nicht überdreht. Vielmehr ist bei der ausgewogenen Motorencharakteristik die RevBoost-Drehzahl, z.B. bei Trennschnitten, auch gar nicht dauerhaft notwendig.

Bildergalerie

Modellvarianten

Die Säge wird in insgesamt drei Varianten erhältlich sein. Die hier vorgestellte 560 XP ist ideal im mittelstarken Laub- und Nadelholz als Fäll- und Entastungssäge geeignet. Eine technisch leicht veränderte Variante soll mir der Husqvarna 562 XP angeboten werden. Eine veränderte Schwertaufnahme ermöglicht den Einsatz von bis zu 70 cm langen Führungsschienen. Für den semiprofessionellen Anwender wird es noch eine Variante Husqvarna 555 mit einem geringeren Leistungsgewicht geben.

Weitere Technische Details

Um die Säge leichter starten zu können, rüstet Husqvarna die neue Säge mit einem Dekompressionsventil und einer manuellen Kraftstoffpumpe aus. Zudem wird der Kettenraddeckel nun mit „verliersicheren“ Schrauben ausgerüstet, die aber dennoch im Falle einer Gewindebeschädigung einzeln ersetzt werden können. Das spart dem Anwender bares Geld, da im Schadensfall nicht der komplette Kettenraddeckel neu beschafft werden muss. Wie in dieser Stärkeklasse üblich, verfügt die neue Husqvarna 560 XP auch über eine Kombination aus wartungsfreien Stahlfedern und Kunststoff-Dämpfern zur Reduktion der Motorvibrationen. Selbstverständlich verfügt die Säge über eine seitliche Kettenspannung. Mit drei Clip-Verschlüssen kann man die Motorenabdeckung komplett abnehmen. So erhält man schnellen Zugang zum Motor bzw. Luftfilter, der sich ohne Werkzeug demontieren lässt. Ein Schauglas ermöglicht jetzt auch endlich die Kontrolle des Tankinhaltes ohne den Tankdeckel zu öffnen.

Husqvarna 560 XP - Draufsicht

Fazit

Mit der neuen 560 XP ist Husqvarna ein ganz großer Wurf gelungen. Und obwohl die alte 357 XP schon eine hervorragende Säge war, merkt man hier deutlich den Entwicklungsfortschritt. Rein subjektiv war mein Empfinden, das die neue Husky 560 XP über einen Motor der oberen Mittelklasse mit richtig Kraft und Drehzahl verfügt, gepaart mit dem Gewicht einer leichten Entastungssäge. Die Säge macht einen rundherum kompakten, professionellen und auch standfesten Eindruck. Bleibt also abzuwarten, wie die Säge sich ab September im rauen Praxisbetrieb darstellt.