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Schärfen von Hand

Vor dem Schärfen

Dass eine Kette stumpf ist merken Sie, wenn die Sägekette sich nicht selbstständig in das Holz zieht bzw. wenn Sie die Säge beim Schneidevorgang mit starkem Druck zum Schneiden zwingen müssen. Der Zustand der ausgeworfenen Sägespäne gibt ebenfalls Auskunft über den Schärfegrad der Kette. Handelt es sich um richtige Späne, ist die Kette noch mehr oder weniger scharf. Handelt es sich aber eher um feines Sägemehl, so sollte die Kette umgehend geschärft werden.

Praktikabel ist es, die Kette auf dem Sägenschwert zu schärfen. Bevor Sie jedoch Ihre Sägekette mit einer Rundfeile selbst schärfen, müssen einige vorbereitende Arbeiten durchgeführt werden.

1. Sägekette reinigen!
Beseitigen Sie ölhaltige Holzreste bzw. Ölrückstände mit einem Pinsel oder Putzlappen.

2. Kürzesten Zahn ermitteln!
Ziel der Grundinstandsetzung ist es ja, dass nach der Schärfarbeit alle Zähne scharf sind, die Winkel stimmen, der Tiefenbegrenzerabstand stimmt und dass alle Zähne gleich lang sind. Damit alle Zähne nach der Instandsetzung gleich lang sind, sollte man vor der Arbeit mit einer Schieblehre den kürzesten Schneidezahn ermitteln, diesen dann schärfen und alle weiteren Zähne auf das Längenmaß zurückfeilen.

Video - Vorbereitende Arbeiten für die Schärfung

Sägekette spannen!

Dadurch verhindern Sie das Aufstellen des Schneidezahnes während des Feilvorganges. Denn wenn der Zahn nicht gut positioniert ist, wird das Einhalten der Winkel deutlich erschwert. Bei fachgerechter Kettenspannung ersparen Sie sich außerdem das lästige Einlegen der Kettenbremse vor jedem Schärfvorgang.

Video - Die richtige Kettenspannung

Schneidezahn schärfen!

Grundsätzlich müssen nach der erfolgten Schärfung folgende Parameter vorhanden sein:

1. Der Schärfwinkel ist korrekt eingehalten!
2. Der Brustwinkel passt zur Zahnform!
3. Der Dachwinkel ist korrekt eingehalten!
4. Und ganz wichtig: Der Zahn ist auch scharf!

Genau genommen sind diese vier Punkte der sprichwörtliche "Stein der Weisen" bei der Kettenschärfung.

Schärfwinkel

Auf einigen Ketten befinden sich so genannte Servicemarkierungen. Diese Markierungen auf dem Zahndach, der Brustschneide und dem Zahnchassis sind zum Schärfen eher weniger geeignet. Die Markierungen sind zu kurz um die Feile im Vorwärtsstrich daran auszurichten. Daher möchte ich auf das Schärfgitter (Buchkapitel Werkzeugauswahl & Feilhilfen) als ideale Schärfhilfe verweisen. Führen Sie die Feile also im für die Kette angegebenen Schärfwinkel mit leichtem Gegendruck am Zahn vorbei. Achten Sie dabei auf einen geraden Feilstrich. Warten Sie nicht bis die Kette absolut stumpf ist.

Profitipp!

Öfter schärften, weniger Material abtragen! Weißt die Dachschneide nach vielen Schärfvorgängen eine Länge von 4mm auf, ist die Verschleißgrenze erreicht und die Kette sollte gegen eine neue gewechselt werden.

Brustwinkel

Feilenhaltung

Abb. 17

Hier achten Sie bitte auf zwei wichtige Dinge. Wählen Sie die passende Feilenstärke (s. Tabelle im Buch) aus und überprüfen Sie Ihre Auswahl durch einfaches Einlegen der Feile in den Zahngrund. Führen Sie die Feile waagerecht am Zahn (s. Abb. 17) vorbei. Ein leichtes anheben der Feile am Feilengriff führt schon zu einem verstärkten Materialabtrag im unteren Brustwinkelbereich und der Brustwinkel bekommt einen Vorwärtshang. Vermeiden Sie unbedingt einen nicht ordnungsgemäß ausgeführten Brustwinkel.

Profitipp!

Wenn während der Schärfarbeit am Zahndach ein kleiner Grat auftritt, sollte der Zahn gut geschärft sein.

Dachwinkel

Der Dachwinkel ist genau genommen der wichtigste Winkel am Schneidezahn. Werden jedoch Schärfwinkel, Feilenhaltung und Feilendurchmesser richtig gewählt bzw. ausgeführt, ergibt sich der korrekte Dachwinkel als Folge daraus.

Profitipp!

Führen Sie die Feile im Vorwärtsstrich immer mit leichtem Druck nach oben am Zahndach vorbei.

Video - Schärfen mit der Rundfeile